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Eine Silvesterfeier

hoch über den Dächern von Bünde, ohne Maske, mit 8 Leuten aus 4 verschiedenen Haushalten, ist nicht unmoralisch, nicht verwerflich, keine Sünde.

So denkt jedenfalls Vitalij Kaiser (35) von der AfD, Fraktionschef im Stadtrat – herrjemine!

Warum denn um alles in der Welt gleich zu acht? Na klar! Weil das natürlich 8-fache Freude macht!

Silvester feiern ganz allein? Muss bei Vitalij nicht sein.

Die Teilnahme an einer 8 Freunde-Party ohne Maskerade ist faszinierend deshalb ja gerade, weil alle Mitwirkenden bei Scampis, Seelachs oder Hirschgulasch mit Klößen unbeobachtet bleiben von Bündes Bußgeldjägern nach Verstößen.

 Wer nämlich im 4. Stock beim Feiern nahe den Wolken schwebt, hat wohl kaum je einen Blick von Polizisten durch ein Fenster oder einen Sondereinsatz des Ordnungsdienstes der Stadtverwaltung miterlebt.

Das ist es, was den Adrenalin – Kick für einen Nachfahren vermögender Eltern bedeutet: Maskenloser Budenzauber, also Rechtsverstöße, bis Neujahr früh die zum Greifen nahe Pauluskirchenglocke weit nach Mitternacht läutet.

Erlasse und Maßnahmen einfach ignorieren. Sich mit sieben Gleichgesinnten als Querdenker aus der Gemeinschaft disqualifizieren.

Das geschah im Penthouse eines Ex-Küchenmöbel-zulieferer-Fabrikanten, (anscheinend ist der finanzstarke Erbe als Gastgeber Steigbügelhalter von Herrn Kaiser wie 8,5% weitere Bünder Onkels und Tanten).

Jedenfalls zelebrierten sie in jenem Unterschlupf hoch über’m Fußvolk, dem ordinären, vermutlich Schampus und Wirbeltiere aus verschiedenen Meeren.

„Was gehen uns Bußgelder wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz an?

Wir bechern und schmausen da, wo uns keiner sieht und an den Kragen gehen kann“.

Veranstaltet wurde die Sause im Millionärszuhause nur einen Steinwurf weit weg vom Amtsgericht. Also wer das hier liest, der glaubt es nicht.

Aber die Fete mitten in Bünde hat, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wie vieles im Leben Hintergründe:

Im Bereich „Qualität didaktischer Bildung“ im Mai 2003 war nämlich Vitalij als Sprecher der Hauptschule Bünde bei der Aushändigung der Urkunde mit dabei.

Für Platz 1 reichte es zwar nicht ganz. Als 3. freute er sich dennoch über die Auszeichnung der Lehranstalt, auch ohne Lorbeerkranz.

Auf diesem Niveau ist er jedoch offensichtlich stehen geblieben. Und mit ihm jene anderen Sieben, deren Intelligenz, Wissen und Verstand nicht ausreichen für die Corona-Befreiung in unserem Vaterland.

Dem Oktett wünsche ich über den Jahreswechsel hinaus
nichts Schlechtes – lediglich die Zahlung eines saftigen Ordnungsgeldes für den Gemeinsinn verachtenden Silvesterschmaus.

Noch ein Tipp an die AfD:

Schickt Vitalij in Bildungsurlaub, sagt ihm für ein paar Wochen „Ade!“

Für ne Schulung in einem der 40 Umerziehungslager in Xinjiang, der westlichen Region in China.

Wenn er von da zurückkommt, klappt es mit dem Gehorsam garantiert prima!

Er lernt dort – mit 35 Jahren ist es für die Vermehrung von Kenntnissen noch nicht zu spät – was im Corona-Deutschland gemeint ist mit dem Wörtchen „Solidarität“.

 Am besten nimmt er die anderen Sieben mit als seine Reisebegleiter.

Dann wäre das Fortbildungsseminar zwar nicht so trist, aber auch zu achten hinter Stacheldraht nicht richtig heiter.

 

Heiner Anderson